come, sit and enjoy

Heilige Kühe & Co

In Varanasi gehören die Tiere mit zum Straßenbild, mit zum Alltag. Sie haben ihren festen Platz im Leben der Stadt und die Menschen leben eng mit ihnen zusammen. Die Kühe laufen frei herum in den Gassen der Stadt und es ist manchmal schon etwas unheimlich, wenn man durch eine Gasse gehen möchte, wo drei Kühe mit großen Hörnern gerade gemütlich vor sich hinfressen oder einfach nur dastehen oder gehen...

Gestern in meiner Flötenstunde sind zwei oder mehrere Mäuse direkt hinter mir vorbeigeschossen. Ich habe Manish, meinen Flötenlehrer nur angeschaut.Verwirrt Sie kämpfen, hat er gesagt, das wars. Ich habe ihm gesagt, dass die Mädels in Deutschland jetzt schreiend nach draußen rennen würden. Manish hat mich nur angeschaut. Für ihn ist es ganz normal, dass Mäuse zwischen uns herumrennen.

Und bei mir im Guesthouse, das übrigens sehr schön ist Herzrennen Mangoos herum, so etwas wie Marder. Ich habe den Besitzer gefragt, ob sie gefährlich sind. Er hat mir geantwortet, dass sie Angst haben vor Menschen. Sie fressen Schlangen und wo es Mangoos gibt kann man sicher sein, dass es keine Schlangen gibt. Außerdem steht unser Haus unter einem großen Baum, in dem viele Affen wohnen - was zur Folge hat, dass man die Wäsche auf der Dachterasse bewachen muss, damit die Affen sie nicht davontragen....

Überall in den Gassen und an den Ghats begegnet man wilden Hunden. Im Moment gibt es viele ganz kleine süße Hündchen und Zicklein.

Die Tiere werden von den Menschen gefüttert, sie fressen aber auch den Müll, der überall herumliegt. Und natürlich hinterlassen die Tiere auch überall ihren Dreck, was in Varanasi nicht weiter auffällt, weil alles so dreckig ist....

Das ist Varanasi auch!!! Damit muss man zurechtkommen, wenn man sich hier wohl fühlen möchte.

 

Leben mit wilden Tieren

Als ich mit Nee, einem Freund aus Amritsar frühmorgens vor Sonnenaufgang mit dem Auto unterwegs war zum Ursprung des Ganges, da habe ich ihn gefragt, ob es denn hier auch schwarze Bären gibt. Er hat mir erzählt, dass es in den Wäldern hier (im Dschungel) viele Bären gibt, auch Leoparden, viele Elefanten, Löwen, Schlangen...alles was man sich so vorstellen kann. Und er hat mir gesagt, dass es gefährlich ist, wenn Elefanten auf die Straße kommen. Was würdest Du tun, wenn um die nächste Kurve ein Elefant auf der Straße stehen würde? Er würde sofort anhalten und das Licht ausschalten und hoffen, dass der Elefant uns nicht sehen würde oder er würde versuchen schnellstmöglich den Wagen zu wenden und mit Vollgas davonzufahren.

Ich finde es sehr interessant, dass die Inder mit diesen wilden Tieren leben, die ja schließlich immer auch eine Gefahr darstellen. Nee hat mir gesagt, dass die Menschen einen sehr großen Respekt vor all diesen Tieren haben. Viele Tiere kommen in Indien in Göttergestalt vor, dies ist vielleicht ein Grund. Die Menschen glauben, dass sie nicht das Recht haben, diese Tiere zu töten, auch dann nicht, wenn sie gefährlich sind. Nee hat mir erzählt, dass in einem Nationalpark, in dem es viele Tiger gibt - auch Menschen in einem Dorf leben... Der Respekt, den die Menschen hier vor den Tieren, auch vor wilden Tieren haben beeindruckt mich sehr, besonders wenn ich daran denke, dass der einzige Bär - Bruno, der sich mal zu uns nach Bayern verirrt hat, schon nach ein paar Wochen sterben mußte. Das kann hier niemand verstehen, weder meine indischen Freunde, noch mein Freund Scott aus Kanada.

Come, sit and enjoy - das ist Indien!

Heute genieße ich nur die SONNE. Gestern Abend war es so kalt, dass ich all meine Vorhaben über den Haufen geworfen habe, nur weg von hier – ab in den Süden.

Doch heute früh hat mich zum Glück wieder die Sonne geweckt in meinem wunderbaren Zimmer. Ich habe es gestern früh Temple of light getauft, weil ich jeden morgen von der Sonne geweckt werde, was ich sehr genieße. Aber abends und nachts wird es eben sehr kalt hier, der Winter kommt.

Heute ist DIVALI, das Fest der Lichter. In der indischen Mythologie geht es darum, dass Gott RAMA nach vielen Jahren zurückkam. Aber tatsächlich ist es ein Fest der LICHTES, das überall in Indien gefeiert wird und heute früh traf ich in einem Café auf eine Gruppe von jungen Muslimen aus Kashmir, nahe Pakistan – sie haben mir erzählt, dass sie auch Divali feiern, weil Divali ist das Fest des LICHTES, das alles Dunkel vertreibt und besiegt.

Bei einem Tee habe ich mich mit Sunil aus Goa und Ajid aus Mumbai über wilde Tiere unterhalten. Es gibt viele Bären hier haben sie mir erzählt und es kommt vor, dass die Bären hier ins Dorf kommen, aber sie sind nicht gefährlich, wenn man keine Angst vor ihnen hat. Ajid hat mir erzählt, dass er vielen Schlangen begegnet ist, aber man sollte keine Tiere töten oder ihnen Leid zufügen. Die Leute haben ihn gerufen, wenn sie eine Schlange in ihrem Haus hatten. Er macht etwas Lärm und die Schlange verschwindet. Die Menschen leben hier in Frieden auch mit den wilden Tieren. Ich bin froh, dass ich keinem Leoparden begegnet bin, als ich in meinem Zelt auf dem Berg übernachtet habe. Aber ich hatte auch keine Angst. Warum sollte ein Leopard zu mir kommen, es gibt so viele Tiere dort.

Und vielleicht hat mir auch geholfen, dass ich mich auf dem Weg zum Gipfel mit Scott aus Canada unterwegs war. Und wir haben auch über wilde Tiere gesprochen. Er hat mir gesagt, dass er am liebsten in einer Hängematte hier im Wald schlafen würde und dass er sich nicht vor wilden Tieren fürchtet. Er hat mir gesagt, dass in Canada alle 3 Jahre ein Mensch von einem Bären getötet wird und so viel mehr Menschen sterben jedes Jahr an einem Verkehrsunfall o.ä. Wir sollten uns nicht so viel vor wilden Tieren fürchten.

Ich habe an den Bären gedacht, der sich vor ein paar Jahren zu uns nach Bayern verirrt hat. Der arme Bär. Niemand hier kann verstehen, warum dieser Bär sterben musste.

 

 

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Neueste Kommentare

13.09 | 23:44

Liebe Andrea

Durch deine Texte fühle ich ein Ankommen in mir - ein Ankommen
in mein Herz - in meinen Urgrund - in die Tiefe meines Herzens

Carola Waldvogel :-

...
10.08 | 16:13

Liebe Andrea!
Deine Worte wirken! Schon beim Durchlesen macht sich eine "Herr"liche Ruhe in mir breit.
Danke, Marion

...
12.06 | 11:02

Hoooooo andruuuuuuuu its very wonderful very wonderful........

...
12.06 | 10:42

U r great andreaaaaaaa. .

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