merry christmas

Ich habe schon seit einiger Zeit vor etwas über universelle Liebe zu schreiben. Jetzt kurz vor Weihnachten ist genau die richtige Zeit, ein paar Gedanken darüber niederzuschreiben.

Universelle Liebe – göttliche Liebe oder PREM (sanskrit) ~ Amma oder Amritamayidevi spricht viel darüber und beschreibt diese Liebe in ihren Büchern. Leider habe ich im Moment keines ihrer Bücher zur Hand, so muss ich selbst Wort dafür finden.

Für mich ist es eine Form von Liebe, die grundsätzlich alles einschließt. Es ist zuerst eine innere Haltung dem Leben gegenüber. Und es ist eine Liebe, die mit Freude gibt, ohne etwas zu erwarten. Sie wird auch als göttliche Liebe beschrieben und für mich beginnt sie dort, wo wir uns selbst als von Gott geliebt wahrnehmen und gleichzeitig als Teil der gesamten Schöpfung. Die Liebe Gottes fließt sozusagen, durch einen hindurch in die gesamte Schöpfung, weil jeder Teil ein Teil des Ganzen ist. Sie schließt Menschen, Tiere, Pflanzen, Elemente der Erde…alles mit ein. In allem kann uns Gott begegnen und so kann diese Liebe alle und alles einschließen.

Als ich 2006 zum ersten Mal nach Indien kam, habe ich versucht, mit dieser Haltung dieser fremden Welt hier zu begegnen, weil es für mich eine urchristliche Haltung ist. Gott ist die Liebe…also habe ich meine Pilgerreise damals selbstverständlich so begonnen. Und ich war absolut überrascht,  auf welche Resonanz ich mit dieser Haltung in diesem Land hier gestoßen bin. Denn es ist nicht so, dass ich diese Haltung nicht auch zuhause und im Alltag versuche zu leben.  Aber hier in diesem fremden Land, war die Reaktion eine völlig andere. Ohne viel Wort – oft ohne Worte habe ich gespürt, dass die Menschen mich verstehen – und sie haben mir ihre Herzen und ihre Häuser geöffnet und ich habe mich sehr zuhause gefühlt in einem Land, das mir doch eigentlich so fremd war.

Einmal hatte ich eine Begegnung mit einem alten Mann. Er war in weiß gekleidet, seine Haare waren weiß und er hatte einen weißen Bart. Es war im Ramana Ashram in Tiruvanamalai. Ich saß im Ashram vor dem Tempel, auch in weiß gekleidet und las ein Buch von Ramana „All is one“. Der alte Mann setzte sich schweigend  mit etwas Abstand neben mich. Nach einer Zeit fragte er mich:“ was liest Du da?“ Wir kamen ins Gespräch und er fragte mich „was hat Dich in unser Land geführt? Was suchst Du?“ Es war ein kurzes Gespräch, aber es war so intensiv und ich hatte so den Eindruck, dass dieser alte Mann daran interessiert war, etwas davon zu verstehen, was mich tief im Inneren bewegt. Es hat mich beeindruckt, so viel Verbundenheit zu spüren zu einem Menschen, der  mir doch eigentlich völlig fremd war, noch dazu aus einer völlig fremden Welt, Kultur und Religion. Am nächsten Tag, als ich auf dem Weg war zur Meditationshöhle von Ramana auf dem Berg, begegnete mir der Mann wieder. Ich war froh, jetzt konnte ich ihn nach seiner mail-Adresse fragen und er hatte wirklich eine, er war also wirklich real. Wir verabschiedeten uns und er verschwand. Anschließend fragt ich mich, wo er eigentlich herkam, ich hatte ihn nicht kommen gesehen , er war einfach da. So etwas passiert einem in Indien und ich habe mich wirklich gefragt was das war… Aber wie gesagt, es gibt diesen Mann, ich weiß inzwischen, dass er verheiratet ist, dass er Chemiker ist und zwei Söhne hat, einer davon ist Arzt. Trotzdem bleibt diese Begegnung für mich unvergessen und mystisch.

Kommen wir zurück zur Universellen bzw. göttlichen Liebe – es ist da eine große Nähe, ein Verstehen und Annehmen oder Angenommen sein – von etwas, eine Verbundenheit auf spiritueller Ebene. Ich liebe dieses Land, die Menschen und die Kultur aus dieser Haltung heraus und das ist es auch, wie ich durch Indien reise. Unannehmlichkeiten, die mir hier laufend begegnen, sehe ich als Herausforderung, manches muss ich einfach annehmen, anderes wandelt sich – wenn man es mit den Augen der Liebe betrachtet. Ich glaube ich brauche nicht mehr darüber schreiben, ihr versteht, was ich meine.

Zum Glück nehme ich diese Form der Liebe auch in unserer Welt war. Besonders in Taizé erlebe ich seit vielen Jahren diese Liebe und Verbundenheit mit Menschen unterschiedlicher Konfessionen, Kulturen…weltweit. Unsere Welt könnte mehr, mehr, mehr….von dieser göttlichen Liebe vertragen, die alle Menschen und die gesamte Schöpfung mit einschließt.

Mein Weihnachtsfest wird in diesem Jahr anders aussehen. Es ist das erste Weihnachtsfest außerhalb meiner Familie. So möchte ich auf diesem Wege einen Weihnachtsgruss an euch alle schicken:

Wir Christen glauben, dass die Liebe Gottes durch Jesus Christus in diese Welt kam. Jesus zeigt uns den Weg, die Liebe Gottes als Menschen zu leben. Und so wünsche ich uns allen, dass an diesem Weihnachtsfest etwas von der Liebe Gottes in uns entzündet wird und lebendig wird ~ damit durch jede und jeden von uns etwas von der Liebe Gottes in diese Welt kommen kann, damit unsere Welt etwas heller wird, liebevoller und friedvoller. In diesem Sinne ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!!!!! 

Jaisalmer, 21.12.2013

 HerzHerzHerz

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Neueste Kommentare

13.09 | 23:44

Liebe Andrea

Durch deine Texte fühle ich ein Ankommen in mir - ein Ankommen
in mein Herz - in meinen Urgrund - in die Tiefe meines Herzens

Carola Waldvogel :-

...
10.08 | 16:13

Liebe Andrea!
Deine Worte wirken! Schon beim Durchlesen macht sich eine "Herr"liche Ruhe in mir breit.
Danke, Marion

...
12.06 | 11:02

Hoooooo andruuuuuuuu its very wonderful very wonderful........

...
12.06 | 10:42

U r great andreaaaaaaa. .

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