Das neue Sein in Christus

Das neue Sein in Christus ***

Zur Mystik des Paulus mit der mystischen Sensibilität des Ostens

 VERSUCH den wunderbaren Vortrag von Pater Sebastian Painadath beim Katholikentag 2014 zusammenzufassen. Ich habe P. Sebastian gefühlt schon 100x zu dem Thema sprechen hören und doch ist es immer noch begeisternd für mich, auch bestätigend und motivierend meinen Weg weiterzugehen.

Paulus war vor allem ein Mystiker. In seinem Leben gab es eine radikale Wende von Gesetzestreue zur Geisteskraft., von religiös abgrenzend zu einer alle Menschen umarmenden Liebe. Von der Verehrung des Allmächtigen zu der Erfahrung des Entmachteten und Gekreuzigten. Bei Paulus geht es nicht um die geschichtliche Person Jesu der Vergangenheit, sondern es geht um ein Betroffen sein durch den auferstandenen Christus der Gegenwart. Von einer zwanghaften Religiösität zu einer befreienden Spiritualität. Paulus hat 3 Jahre in Askese und Meditation verbracht, einer Auszeit, um über den Sinn seiner Damaskuserfahrung zu meditieren.

Es ging ihm darum, die befreiende Botschaft Jesu zu verkünden.  Wenn jemand in Christus ist, ist er/sie eine neue Schöpfung. Paulus hatte dies in seinem eigenen Leben erfahren. Durch seine Begegnung mit Christus wurde er befreit von seinen Zwängen. Er lehnte das Gesetz nicht ab, aber er erkannt die Begrenztheit des Gesetzes. Durch das Werk des Gesetzes wird niemand gerecht werden.  So gelangte Paulus von einer zwanghaften Religiösität zu einer befreienden Spiritualität.  ~~~

Christus ist Gottes heilende Gegenwart ins uns, das göttliche Licht um uns. Unser Leben entfaltet sich in Christus. Wir leben durch Christus.

Mit Christus bilden wir eine geistige Einheit. Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi. Es geht bei Paulus um ein mystisches CHRISTUSBEWUSSTSEIN.

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Grundannahme:

Gottes Wille ist allen Menschen ins Herz geschrieben. Gott offenbart sich den Menschen. Der Mensch hat ein inneres Licht, ein inneres Wahrnehmungsorgan oder auch Intuition (nous/buddhi), mit dem er den Willen Gottes erkennen kann (nous/Vernunft/Gewissen). Weiter geht es um den Heilswillen Gottes für alle Menschen  (1Tim 2,4).  

Bei Paulus gibt es zwei Wege – den Alten Weg und den Neuen Weg. (wichtig: der alte Weg ist nicht mit dem Judentum gleichgesetzt)

Der alte Weg

Der alte Weg, den Paulus beschreibt geht von den Propheten aus, als Träger des Wortes Gottes. Diese vermitteln GESETZE. Diese sind wichtig, sie vermitteln Orientierung und Paulus hebt sie nicht auf. Aber sie haben aber keine befreiende Kraft und führen nicht zum Heil. Stattdessen können sie das Sündenbewußtsein wecken.  Sie halten Menschen in Zucht und  können zu Ohnmacht, Sünde, Zwang und Furcht und letztlich zum Tod führen.  Tod bedeutet nicht den leiblichen Tod, sondern eine Entfremdung von Gott und das Heil nicht erreichen können.  Das Fleisch bei Paulus steht für das Festhalten am kleinen ICH, an negativen Kräften; Haltungen, von denen der Mensch getrieben ist und die einen Zugang zu Gott verhindern.  Der Leib hingegen ist der Tempel des göttlichen Geistes. Der Geist Gottes öffnet sich in ihm wie ein innerer Springbrunnen und führt zu Freude und Freiheit. Dieser Weg vom Alten zum Neuen Menschen ist ein ständiger Wandlungsprozess, ist niemals abgeschlossen.  Spiritualität heißt dem Geist Raum geben.  Religion kann den Weg zum Heil führen aber auch Blockaden aufstellen. Wer auf das Fleisch setzt, wird Werke des Fleisches Ernten.

Der neue Weg

Der neue Weg ist gekennzeichnet durch eine Freiheit durch Jesus Christus (Wort in menschlicher Gestalt). Christus ist Selbstausgießung der göttlichen Quelle, Abbild des göttlichen Wesens. In ihm wird der Geist Gottes lebendig. Gott hat auch uns diesen Geist gegeben. Wer sich vom Geist führen läßt, steht nicht unter dem Gesetz. Christus ist der Sohn Gottes, die Selbsthingabe des Göttlichen, gelandet in Fleisch und Leib.  Jesus hat das tiefeste Leid erlebt, die Einsamkeit und das Abgetrenntsein von Gott (mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen). GNADE ist die verwandelnde Kraft des Geistes Gottes in uns. Wir erkennen sie an den Früchten des Geistes: …. Der neue Weg nach Paulus ist ein Befreiungsprozess der Annahme und Aufnahme, nicht mehr der Sklaverei.  Wir sind Miterben Christi. Hier geht es nicht mehr um Furcht, sondern um Glauben, Freude und LiebeLeben bedeutet in Gott und mit Gott sein. Das neue Sein, das uns durch Christus geschenkt wurde ist das Sein in Christus

Was bedeutet Mystik?

Mystik ist die Sensibilität für das Mysterium, das Staunen vor der Größe Gottes und tiefe Innenerfahrung. Bei Paulus nennt man dies Christusbewusstsein. Christus ist die göttliche Gegenwart in uns.

Was könnte die Mystik des Paulus für uns bedeuten?

1.)    Wo ist Gott zu erfahren?

Das Gottesbild bedarf einer Wende. Gott der mit uns geht und mit uns leidet. Er ist mit uns und in uns und unter uns.

Unser Leben entfaltet sich in Christus.  Gott entfaltet sich durch uns. Es geht um ein Hineinwachsen ins göttliche Leben.

2.)    Wer ist Christus?

Hinwendung zur Gegenwart Christi. Nicht Verehrung einer Person, sondern Begegnung mit der Heilswirkung Gottes hier uns jetzt und in unserem Leben. Christus ist göttliches Subjekt in uns. Wir sind berufen zu einem mystischen Christusbewusstsein.

3.)    Was ist Kirche?

Kirche ist Leib Christi, Gemeinschaft in Christus – wir alle gemeinsam: Männer, Frauen, Einheimische, Fremde…

Kirche ist ein geistiger Prozess, vom Geist getragene Weggemeinschaft, Milieu in dem wir aus Gottes Liebe wachsen können. Kirche ist nicht Christentum. Kirche ist Größer als das Christentum. Kirche ist eine vom göttlichen Geist erfüllte, liebende Gemeinschaft.

 4.)    Was ist Glaube?

Unser Lebensstil könnte viel einfacher sein. Innere Freiheit erlangen wir nur, wenn wir mit weniger zurecht kommen. Häufig sind wir gefangen im Alten. Loslassen erfordert Askese. Askese bedeutet Raum als säkularen Raum achten. Schafft Raum für göttlichen Geist in uns und um uns. 

5.)    Einstellung zu anderen Religionen?

Wenn wir mit mystischer Haltung anderen Religionen begegnen erkennen wir, dass diese ebenfalls die Gnade und den Geist erfahren haben.  Der Geist weht wo er will. Heilserfahrung in allen Religionen entdecken bzw. zulassen.  Je tiefer wir im Christusbewusstsein wachsen – so näher kommen wir den Anderen!!!! (die sich von Gott leiten lassen). In der Tiefe der Mystik treffen sich alle Religionen. Gottes Geist wirkt im Herzen aller Menschen heilend!

Man sollte die verschiedenen Religionen nicht vergleichen und nicht gleichsetzen. Jede Religion zeigt Wege zum Heil.

6.)    Was sagt der Geist den Gemeinden?

Hinführung der Gläubigen zu mystischer Gotteserfahrung. Option für die Armen, die Schöpfung, Gerechtigkeit etc.

7.)    Bedeutung für Religionsunterricht und Theologie?

Glaube kann nicht nur mit Worten vermittelt werden. Glaube ist eine persönliche Erfahrung durch den Geist Christi. Wandlung und Verwandlung des Lebens durch den Glauben entsteht nur, wenn das das Herz berührt wird. Eine Belebung des mystischen Bewusstseins in der Theologie ist erforderlich!

  •  Neues Selbstbewusstsein – durch Christus sind wir Töchter und Söhne Gottes.
  • Zur Freiheit hat Christus uns berufen!
  • Glaube heißt sich anvertrauen
  • Gelebtes und erfahrenes Christusbewusstsein mit anderen teilen. (wichtig zuerst leben, dann sprechen)

 

von Pater Sebastian Painadath CJ

                               zusammengefasst von Andrea Uhl

 

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Neueste Kommentare

13.09 | 23:44

Liebe Andrea

Durch deine Texte fühle ich ein Ankommen in mir - ein Ankommen
in mein Herz - in meinen Urgrund - in die Tiefe meines Herzens

Carola Waldvogel :-

...
10.08 | 16:13

Liebe Andrea!
Deine Worte wirken! Schon beim Durchlesen macht sich eine "Herr"liche Ruhe in mir breit.
Danke, Marion

...
12.06 | 11:02

Hoooooo andruuuuuuuu its very wonderful very wonderful........

...
12.06 | 10:42

U r great andreaaaaaaa. .

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