Sicherheit in Indien

Nachdem mich vor meiner Reise wirklich so viele Menschen auf das Thema Sicherheit in Indien aufmerksam gemacht haben, möchte ich jetzt hier nach 5,5 Monaten die ich allein als Frau in diesem Land unterwegs war ein paar Worte dazu sagen:

Eine absolute Sicherheit gibt es natürlich nirgends. Aber wenn man das berücksichtigt, dann ist Indien für mich ein Land, wo ich mich sehr sicher gefühlt habe.

Ich habe die letzten 2 Monate allein in einem Häuschen im Kokusnusswald gewohnt. Nach Sonnenuntergang, also ab 19 Uhr, war es dort absolut dunkel und ich brauchte, um nach hause zu kommen eine Taschenlampe, weil es keine Beleuchtung gab. Unweit meines Häuschens haben sich den ganzen Tag und abends immer die Jungs vom Dorf getroffen mit ihren Motorrädern oder zum Fußballspielen. Ich kann sagen, dass ich nicht wirklich Angst hatte allein in meinem Häuschen dort zu wohnen. Immer wieder haben mir die Einheimischen bestätigt, dass es  keinen Grund gibt Angst zu haben, und dass ich absolut sicher bin...Ich habe mit einer älteren Dame aus Schweden darüber gesprochen. Auch sie war davon überzeugt, dass ich in diesem Häuschen alleine sicher sei. Gleichzeitig gab Sie mir zu verstehen, dass ich in Schweden unter denselben Bedingungen nicht sicher sein könnte.

Woher kommt also diese Panikmache bezüglich Indien? Ich habe mit vielen Menschen, vorallem natürlich mit Frauen auf meiner Reise über das Thema gesprochen. Wir alle waren uns einig, dass es wohl kaum ein anderes Land gibt, das sicherer ist, weil die Menschen einfach sehr sehr freundlich und gastfreundlich sind, die soziale Kontrolle in diesem Land sehr hoch ist und die Familienbande sehr eng.

Trotzdem "one hand has 5 fingers and every finger is different", das habe ich in Indien immer wieder gehört. Natürlich gibt es überall solche und solche Personen. Und es besteht kein Zweifel, dass in Indien Dinge passiert sind und sicher auch passieren, die nicht schön sind. Aber es gibt auch Vergewaltigungen bei uns. Und wenn in Berlin eine Frau vergewaltigt wird, dann erfahre ich davon in München im Allgemeinen nichts.

Unser Eindruck ist, dass es ich da um eine Art Propaganda handelt, warum gerade dieses Thema bezüglich Indien in unseren Medien so breit getreten wurde. Es wirft ein absolut falsches Licht auf dieses Land und die Menschen dort. Und es gibt so viele positive Dinge in diesem Land, die scheinbar nicht interessant sind für die Öffentlichkeit.

Wer mit Respekt vor der Kultur den Menschen und dem Land begegnet braucht sich vor nichts zu fürchten. Neben einem freundlichen Lächeln gehört zu diesem Respekt auch eine angemessene Kleidung (lange Hose und Schultern bedeckt). Dies steht in allen Indienreiseführern und ich muss sagen, dass ich mit Bedauern feststellen muss, dass sich inzwischen die Wenigsten an diese Kleiderordnung halten. Und das obwohl gerade ein Panjavi für Frauen tatsächlich die angenehmste und neben dem Sari die schönste Kleidung in Indien ist. Meine indischen Freunde haben mich tatsächlich darauf hingewiesen, dass es in Indien ein Ausdruck von Respekt ist, sich an diese Kleiderordnung zu halten - und leider haben ich auf Tempelfesten und überall Touristen mit Trägertops und Shorts gesehen. Wer kein Interesse hat an der Kultur dieses Landes und der Menschen dort, sollte besser nach Mallorca oder anderswo hinfahren. Badeorte gibt es ja genügend auf dieser Welt.

 

 

 

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Neueste Kommentare

13.09 | 23:44

Liebe Andrea

Durch deine Texte fühle ich ein Ankommen in mir - ein Ankommen
in mein Herz - in meinen Urgrund - in die Tiefe meines Herzens

Carola Waldvogel :-

...
10.08 | 16:13

Liebe Andrea!
Deine Worte wirken! Schon beim Durchlesen macht sich eine "Herr"liche Ruhe in mir breit.
Danke, Marion

...
12.06 | 11:02

Hoooooo andruuuuuuuu its very wonderful very wonderful........

...
12.06 | 10:42

U r great andreaaaaaaa. .

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